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Materialien - der Stoff,  aus dem Gitarren sind...

 Holz So wählen Sie das richtige Holz aus
Sattelmaterial Material für Sattel und Stegeinlage

 

So wählen Sie das richtige Holz aus 

Neben Form und Bauweise bestimmt vor allem die Auswahl des Holzes den Klang der Gitarre. Allerdings ist für die direkte Bestimmung des Klangs die Betrachtung der ausgewählten Hölzer allein nicht ausreichend. Die Oberflächen-Behandlung des Holzes, vor allem aber Korpusform, Beleistung und sonstige Konstruktionsmerkmale (z.B. die Ausführung von Hals, Griffbrett und Steg) haben starken Einfluss auf den Gesamtklang.

Außerdem ist Holz natürlich nicht gleich Holz. Qualität, Herkunft, die Art des Sägens oder Spaltens und selbst der Zeitpunkt, an dem der Baumstamm für das Gitarrenholz gefällt wurde, können sich deutlich auf den Klang auswirken. 

Fotoalbum Tonhölzer

Tonhölzer-Galerie

Damit Sie sich ein Bild von allen Hölzern für Ihre Traumgitarre machen können.

 

 Gitarrenbau Tipp

Die wichtigsten Kriterien bei der Holzauswahl

  • nur gelagertes, massives Holz eignet sich für den Bau Ihrer Gitarre
  • achten Sie auf dicht stehende Jahresringe
  • die Fasern sollten parallel zur Kante Ihres Werkstücks verlaufen
  • gerade am Anfang helfen Holzarten, die sich gut bearbeiten lassen

Lagerung

Frisches Holz ist noch sehr feucht. Wird das Holz trockener, schrumpft es. Für die Verarbeitung ist also trockenes Holz notwendig. Andernfalls würden am fertigen Instrument schnell Risse entstehen. Für industriell gefertigte Gitarren wird das Holz oft in kurzer Zeit maschinell heruntergetrocknet. Die Trocknung allein genügt aber nicht, da im Laufe der Jahre noch chemische Prozesse stattfinden und das Holz sich erst dann „beruhigt“ und nicht mehr zum Verziehen neigt. Gelagertes Holz ist unabdingbar für den Bau Ihrer hochwertigen Gitarre. Je nach Holzart sollte die Lagerung 5 bis 8 Jahre betragen.

Sperrholz

Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass einige anerkannte Hersteller auch aus Sperrholz klanglich hochwertige Gitarren herstellen. Auch sind Sperrholzdecken robuster und berechenbarer als solche aus massiven Hölzern. Nur eine Gitarre aus massiven Hölzern wird sich aber im Lauf der Jahre klanglich weiterentwickeln. Außerdem ist die Freude am Arbeiten mit massivem Holz natürlich ohnehin mit nichts zu vergleichen ;-).

Für den Bau einer Gitarre ist neben dem Klang natürlich auch der Aspekt der Bearbeitung wichtig. Manche Hölzer lassen sich z.B. nur mühsam biegen, beanspruchen die Werkzeuge sehr stark, oder haben Inhaltsstoffe, die zu allergischen Reaktionen führen können. Gerade beim Selbstbau Ihrer Gitarre macht es Sinn, die Herausforderung nicht noch durch schwer bearbeitbare Hölzer zu erhöhen.


Holz für die Decke

Das Deckenholz bestimmt entscheidend den Klang und die Ansprache der Gitarre. Weiche, schwingfähige Nadelhölzer sind für Gitarren-Decken besonders geeignet. Die Entscheidung fällt hier überwiegend zwischen Fichte und Zeder. Meist wird die Decke aus zwei spiegelbildlichen Teilen zusammengefügt. Rein physikalisch klingt eine Gitarre umso höher, heller und lauter, je härter, steifer und leichter das verwendete Holz ist.

Je dichter die Jahresringe im Holz liegen, desto steifer ist das Holz. Bei Bäumen, die nur langsam wachsen, liegen die Jahresringe dichter. Regionen mit kurzen Wachstumsperioden sind z.B. Nordamerika oder die europäischen Alpen.

Eine wichtige Rolle für die Auswahl des Deckenholzes ist die Schnittrichtung. Der Faserverlauf muss möglichst parallel zur Decke verlaufen. Außerdem müssen die Jahresringe möglichst senkrecht in der Decke stehen.

Fichte

Die Struktur des hellen Fichtenholzes wird ausschließlich durch die dunkleren Jahresringe bestimmt. Optisch sehr attraktiv ist als Wuchsform die so genannte Haselfichte mit ihren Verwerfungen im Faserverlauf. Fichte ist ein relativ leichtes Holz mit sehr guter Festigkeit.

Fichtendecken klingen klar, kraftvoll und mit reichen Klangfarben. Auf schwachen Anschlag reagieren Fichtendecken eher mit einem etwas „dünnen“ Klang und wenig komplexen Obertönen. Fichtenholz benötigt eine gewisse Einspielzeit, bevor sich das klangliche Potenzial voll entfaltet.

Bevorzugt werden Hölzer aus nördlichen Regionen, wo die Bäume nur langsam wachsen und daher die Jahresringe im Holz eng beieinander liegen. Verwendet werden typischerweise:

    • Europäische Fichte (oft verallgemeinernd Alpenfichte genannt)

    • Sitka-Fichte: kommt aus Nordamerika und klingt besonders brillant und differenziert

    • Engelmann-Fichte: ebenfalls aus Nordamerika. Klingt weicher und wärmer. Engelmann-Fichte bleibt unter Lichteinfluss heller als z.B. Sitka-Fichte

    • Adirondack-Fichte (auch Appalachen-Fichte oder Amerikanische Rotfichte)

Zeder (Rotzeder)

Zedernholz ist weicher und leichter als Fichte. Zederndecken zeichnen sich im Vergleich zu Fichte durch leichtere Ansprache und wärmere Klangfarbe mit komplexen Obertönen aus.

Mahagoni

Mahagoni ist weicher als z.B. Fichte und wird eher selten für Decken verwendet. Als Holz für Boden und Zargen ist Mahagoni dagegen eine häufige Wahl. Mit einer Mahagoni-Decke kann folglich der gesamte Korpus aus einem einheitlichen Holz gebaut werden. Der Klang der Gitarre ist dann sehr homogen. Mahagonidecken klingen warm und weich, obertonärmer aber mit gutem Sustain.


Hölzer für Boden und Zargen

Für den Korpus der Gitarre steht eine Vielzahl von Hölzern zur Auswahl. Boden und Zargen bestimmen den Klang deutlich weniger als die Decke. Die Überlieferung sagt, dass der spanische Gitarrenbauer Antonio de Torres einen Gitarrenkorpus aus Pappmaschee baute, um dies zu demonstrieren. Deshalb werden Korpushölzer oft eher nach optischen Gesichtspunkten ausgewählt. Boden und Zargen werden im Vergleich zur Decke aus festerem bis sehr hartem Holz gefertigt. Wie die Decke, wird der Boden überwiegend aus zwei spiegelbildlichen Teilen gefügt. Es sind aber auch drei- oder mehrteilige Böden nicht unüblich. Bei mehrteiligen Böden werden die Teile dann meist mit Zierleisten optisch abgesetzt. Mehrteilige Böden können auch bewusst aus unterschiedlichen Hölzern zusammengestellt werden. In der Regel werden Boden und Zargen aus dem gleichen Holz gefertigt.

Einige besonders effektvoll gemaserte Hölzer kommen aus den Tropen und sind ökologisch bedenklich (z.B. Rio Palisander, das seit Jahren auf der roten Liste steht).

Palisander

Palisander (oder Rosenholz) als Korpusholz liefert brillante Höhen und satte Bässe. Rio Palisander aus Brasilien ist häufig spektakulär gemasert, darf aber heute nicht mehr geschlagen und ausgeführt werden. Ersatzweise kommt Palisander aus Indien zum Einsatz (indischer Palisander, ostindischer Palisander). Die Klangunterschiede bewegen sich normalerweise im sehr engen Rahmen. Der hohe Preis für Rio Palisander wäre allein aus klanglicher Sicht kaum zu rechtfertigen.

Mahagoni

Mahagoni kann auch für Gitarren-Decken verwendet werden, kommt aber überwiegend für den Korpus zum Einsatz

Ahorn

Ahorn ist im europäischen Raum das Holz mit der längsten Tradition im Instrumentenbau: Böden und Zargen von Streichinstrumenten werden bis heute überwiegend aus Ahorn gebaut. Es kommen verschiedene Arten von Ahornholz zum Einsatz, beispielsweise Bergahorn und großblättriger Ahorn (big leaf maple). Ahorn kann spektakuläre Maserungen entwickeln – z.B. als Riegelahorn (tiger stripes), Wölkchen-Ahorn (quilted maple), Vogelaugen-Ahorn (birdeye maple) oder mit „Bärentatzen“ (bearclaw). Ahornholz ist schwer und deshalb leise, dafür aber sehr klar mit silbrig hellen Klangfarben. Besonders geeignet ist das Holz für Gitarren mit Tonabnehmer, da es wenig zu Rückkopplungen neigt.

Walnuss

Für den Gitarrenbau kommt in der Regel die amerikanische Claro Walnut zum Einsatz. Walnuss kann gleichmäßig grau-braun gemasert sein, aber auch spektakuläre Maserungen entwickeln. Das Holz färbt den Klang recht wenig und verändert dadurch den Klangcharakter der Decke kaum. Die Kombination mit einer Zederndecke kann besonders für Fingerpicking besonders geeignet sein.

Koa

Koa ist oft sehr auffällig und schön gemasert. Der Klang ist relativ mittig mit wenig Obertönen

Zypresse

Typisch ist die Verwendung von Zypressenholz bei Flamenco-Gitarren. Das Holz ist sehr leicht und der Klang hell, laut und perkussiv.


Palisander: Verwirrung bei der Benennung

 

         

 

Da Tonhölzer für Gitarren aus unterschiedlichen Sprachräumen stammen, sind die Bezeichnungen oft weder einheitlich noch eindeutig. Zudem haben bei der Vermarktung edler Gitarren wohlklingende Namen der Tonhölzer bisweilen Vorrang vor der botanischen Richtigkeit.

Palisander ist die Handelsbezeichnung für Holzarten der Gattung Dalbergia. Auf Englisch heißt Palisander rosewood und auf Portugiesisch jacarandá. Allerdings kann man als Übersetzung für rosewood nicht einfach den deutschen Begriff Rosenholz benutzen. Denn dieser ist eine Sammelbezeichnung für verschiedene tropische Hölzer. Da „Jacaranda“ in Brasilien die allgemeine Bezeichnung für Palisander ist, wird im Englischen gerne die Benennung Brazilian Rosewood auch für Hölzer der botanischen Gattung Jacaranda benutzt. Diese ist aber von der Gattung Dalbergia verschieden und hat mit Palisander nichts zu tun.  

 

Das gilt – um die Verwirrung zu vervollständigen – auch für den so genannten Palisanderholzbaum (Jacaranda mimosifolia) aus dieser Gattung.

Die Gattung Dalbergia – also sozusagen der „echte“ Palisander – umfasst folgende wichtigen Hölzer:

  • Rio-Palisander oder Brasilianischer Palisander (Dalbergia nigra)
  • Ostindischer Palisander (Dalbergia latifolia)
  • Cocobolo (Dalbergia retusa) und African Blackwood (Dalbergia melanoxylon)

Dagegen ist Santos-Palisander – auch Pau Ferro genannt – kein echter Palisander, sondern gehört zur Art Machaerium aus der Familie der Fabaceae. Aus dieser Familie stammt auch Padouk (Pterocarpus) und ist damit auch kein Palisander.


Hölzer für den Hals

Allgemein finden Hölzer mittlerer Festigkeit Verwendung. Wichtig ist hier eine geringe Neigung zum Verziehen und hohe Biegefestigkeit. Als Standard haben sich Mahagoni und Cedro (auch Spanische Zeder) bewährt.


Hölzer für das Griffbrett

Für Griffbretter kommen aufgrund der hohen Anforderung an die mechanische Beständigkeit nur sehr harte Hölzer in Frage. Hier sind schwarze Ebenholzarten die erste Wahl. (Bei einfachen Instrumenten findet man auch Griffbretter aus Palisander. Bei intensivem Bespielen können sich bei Palisander aber aufgrund der geringeren Beständigkeit nach einigen Jahren tiefe Mulden bilden). 


Holz für die Reifchen

Üblicherweise kommen als Hölzer für Reifchen Fichte, Mahagoni, Linde oder Cedro zum Einsatz.

 

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