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Glossar - alle wichtigen Fachbegriffe
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0, 00, 000
0 (Concert), 00 (Grand Concert) und 000 (Auditorium) sind typische Korpusformen für Stahlsaiten-Gitarren . Die Bezeichnungen gehen auf C.F. Martin zurück. Die 0-Form war bei ihrer Präsentation 1850 die größte Gitarre ihrer Zeit. In der Reihe der Stahlsaiten-Gitarren ist sie heute aber eine kleine Bauform.
A
Archtop
Gitarre mit gewölbter Decke. Diese Bauform ist typisch für Jazz-Gitarren. Die Wölbung von Decke und Boden wird dabei aus dem massiven Holz geschnitzt. Seit den 1960er Jahren setzten sich verstärkt semiakustische Archtops mit Tonabnehmer durch.
Ausgehöhlte Beleistung (Scalloped Bracing)
Typus der Deckenbeleistung, bei dem die Höhe der Leisten in einzelnen Bereichen verringert wird, um die Flexibilität der Decke zu erhöhen und bestimmte Resonanzen zu verstärken oder abzuschwächen. Das Scalloped Bracing wurde von C.F. Martin im 19. Jahrhundert erfunden.
B
Beleistung (siehe auch Ausgehöhlte Beleistung, Leiter-Beleistung)
Als Beleistung werden Bodenstreben und Deckenstreben bezeichnet, die für die Stabilität des Korpus sorgen.
Binding (Bindung)
Dort, wo beim Korpus Decke, bzw. Boden und Zarge zusammenstoßen, ist die Gitarre besonders empfindlich. Zum Schutz der Kanten werden an dieser Stelle Einfassungen aus Holz, Perlmutt oder Kunststoff eingelegt. Diese Einfassungen werden meist mit dem englischen Begriff Binding (deutsch: Bindung, Einfassung oder Randeinfassung) bezeichnet. Das Binding verhindert außerdem, dass die Maserung an den Schnittkanten Feuchtigkeit aufnimmt. Einfassungen mit rein dekorativer Funktion finden sich häufig auch an Griffbrett oder Kopfplatte.
Boden
Der Boden ist die Unterseite der Gitarre. Boden und Zargen der Gitarre sind meist aus dem selben Holz.
Bug
Der Teil der Gitarre, der durch die Biegung der Seiten (siehe Zarge) umfasst wird. In der Mitte des Bugs ist die Taille (auch Mittelbug). Sie trennt den schmaleren Oberbug vom breiteren Unterbug.
Bund, Bünde
Die Auflagepunkte für die Saiten sind kleine Metallstäbchen, die Bünde, die in das Griffbrett gepresst sind. Die Abstände zwischen den Bünden bilden Halbtonschritte. Bundstäbchen werden aus Nickel und Stahl hergestellt.
C
D
Decke
Die Decke ist die Oberseite der Gitarre, in der sich das Schallloch befindet. Sie entscheidet wesentlich über Aussehen und Klang der Gitarre. Für die Decke wird am häufigsten Fichtenholz oder Zeder verwendet. Gefertigt werden massive Decken meist aus zwei aneinandergesetzten Hälften, die spiegelbildlich, „bookmatched“, zusammengefügt werden.
Dreadnought
Typische Korpusform für Westerngitarren, bei der die Korpustiefe vergrößert und die Taille weniger ausgeprägt ist. Benannt wurde die Bauform nach dem Schlachtschiff HMS Dreadnought, das bei ihrem Stapellauf 1906 das weltgrößte Kriegsschiff war.
Durchbrochene Kopfplatte
Durchbrochene Kopfplatten oder Fenster-Kopfplatten findet man zumeist bei klassischen Gitarren. Die Fenster-Kopfplatte ist im Gegensatz zur massiven Variante an zwei Stellen durchstochen oder geschlitzt. Westerngitarren haben meist eine geschlossene, massive Kopfplatte.
E
Einfassung
Siehe Binding.
Einlegearbeit
Einlegearbeiten aus Perlmutt oder Holz (gelegentlich auch Stein oder anderen Materialien) findet man an vielen Stellen der Gitarre: rund um das Schallloch, am Korpusrand, an Kopf und Griffbrett, aber auch auf dem gesamten Korpus bei nicht-akustischen Gitarren. Griffbretteinlagen in Form einfacher Punkte am Griffbrettrand (Positionsmarker) helfen dem Musiker bei der Orientierung.
Endblock
Das Stück Holz, das im Korpusinneren dort angesetzt wird, wo die Zargen zusammentreffen, nennt man Endblock oder Tailblock. Es befindet sich in der Mitte des Unterbugs. Hier wird bei Stahlsaiten-Gitarren auch der Knopf für die Gurthalterung (siehe Endpin) angebracht.
Endpin (Gurtpin)
Am unteren Ende des Gitarrenkorpus befindet sich häufig ein Knopf, an dem der Tragegurt angebracht werden kann. Dieser Knopf wird als Endpin oder Gurtpin bezeichnet. Der Endpin kann aus Hartholz, Kunststoff oder Elfenbein gefertigt sein. Ein zweiter Gurtpin findet sich häufig am Halsfuß oder an der oberen Korpusschulter.
F
Fächerbeleistung
Die Fächerbeleistung ist im Gegensatz zur Leiter-Beleistung und Gitterbeleistung eine fächerförmig ausgeführte Anbringung der Leisten zur Stabilisierung der Decke. Drei bis sieben strahlenförmig angelegte Leisten sind typisch für die Deckenkonstruktion klassischer Nylonsaiten-Gitarren.
Fenster-Kopfplatte
siehe durchbrochene Kopfplatte
Flattop
Gitarre mit flacher Decke. Typische Bauform für Westerngitarren. Häufig sind bei modernen Stahlsaiten-Gitarren Decken und Böden nicht komplett „flat“ (flach), sondern werden durch Biegung leicht gewölbt.
Fugleiste, Fugbelag
Bei zweiteiligen Böden wird auf die Stoßfuge üblicherweise zur Verstärkung eine flache Leiste längs aufgeleimt. Faserverlauf in der Leiste i.d.R. quer zur Stoßfuge.
G
Griffbrett
Das Griffbrett besteht aus einem dünnen Ebenholz- oder Palisanderbrett, das auf den Hals aufgeleimt wird. In das Griffbrett werden die Bünde gepresst.
Gurtpin
siehe Endpin
H
Hals
Der Hals der Gitarre ist der für die Handhabung wichtigste Teil des Instruments. Er muss sich gut greifen und gut spielen lassen. Der Hals besteht aus dem Griffbrett mit den Bünden, dem Hals und dem Halsfuß. Zur Verstärkung und Einstellung ist bei Stahlsaiten-Gitarren ein Metallstab (siehe Stahlstab) in den Hals eingelassen.
Halsansatz (siehe auch verschraubter Halsansatz, Schwalbenschwanz Halsansatz, Mortise-Tenon Halsansatz, spanischer Fuß)
Der Halsansatz bildet die Verbindung zwischen Hals und Korpus einer Gitarre. Hier entstehen besonders große Druck- und Zugkräfte. Der Übergang zwischen Hals und Korpus muss daher besonders stabil konstruiert sein. Insbesondere bei Western-Gitarren werden Halsfuß und Halsblock als getrennte Teile gefertigt und mit einem Schwalbenschwanz- oder Mortise-Tenon-Halsansatz verbunden, bzw. verschraubt. Typisch für klassische Gitarren ist der spanische Halsansatz (siehe spanischer Fuß).
Halsblock
Das Stück Holz, das im Korpusinneren dort angesetzt wird, wo der Hals mit dem Korpus verbunden wird (siehe auch Halsansatz).
Halsfuß
Als Halsfuß bezeichnet man das auskragende Ende des Halses, das den Hals mit dem Korpus verbindet. Die Unterseite des Halsfußes wird häufig kunstvoll abgedeckt oder ausgearbeit (siehe Halsfuß-Abdeckung)
Halsfuß-Abdeckung
Der Halsfuß diente schon immer als stilistische Komponente einer Gitarre. Viele Hersteller verzieren ihn daher mit speziellen Abdeckungen, die manchmal mit Intarsien versehen oder graviert werden.
Halskrümmung (Relief)
Durch die Zugspannung der Saiten wölbt sich der Hals nach vorne. Hierdurch ensteht eine konkave Wölbung des Griffbretts, die bis zu einem gewissen Maß erwünscht ist, da sie der Schwingung der Saiten folgt und deren Aufschlagen auf den Bundstäben vermeidet. Über den Halsstab kann die Halskrümmung eingestellt werden.
Halsstab (Truss Rod)
Stahlstab oder -profil, das in einer Nut im Hals eingebaut dazu dient, dem Zug von Stahlsaiten entgegen zu wirken und die Halskrümmung einzustellen.
Halswinkel
Der Winkel, in dem der Hals in Bezug zum Gitarren-Korpus steht, wird als Halswinkel bezeichnet. Bei Westergitarren ist der Winkel sehr flach. Er beträgt ½ bis ¾ Grad.
Hautleim
Hautleim galt lange Zeit als bester Kleber im Instrumentenbau. Hautleim hat viele Vorteile: Er ist extrem hitzebeständig und formstabil. Er dehnt sich so gut wie nicht aus. Hautleimverbindungen lassen sich für Reparaturen sogar reaktivieren. Heute wird Hautleim allerdings meistens durch aliphatische Harze ersetzt, die sich leichter verarbeiten lassen.
Herringbone
Verzierungen um Schallloch und Korpus werden oft als Intarsien ausgeführt. Typisch dafür ist die Ausrichtung der Zierspäne in abwechselnd heller und dunkler Streifenform wie beim Herringbone, die an Fischgräten erinnert.
I
Intonation
Als Intonation bezeichnet man die Fähigkeit einer Gitarre zur Wiedergabe der korrekten Tonhöhe über das gesamte Griffbrett hinweg. Beeinflusst wird die Intonation durch die Saitendicke, die Positionierung der Bünde, die Saitenlage, den Halswinkel, die Höhe und Form des Sattels und insbesondere durch die Lage und Ausformung der Stegeinlage.
J
Jumbo
Diese Korpusform wurde von Gibson als Antwort auf Martins Dreadnought eingeführt. Typisch für die Bauform sind die eher runde Schulter und die stark ausgeprägte Taille.
K
Kompensierender Sattel
Ausformung des Sattels, wobei die Auflagepunkte für jede Saite leicht nach vorne oder hinten versetzt werden, um die Intonation zu optimieren. Eine andere Methode ist das Verlegen des Sattels um etwa 2 mm zur Brücke hin.
Kopfplatte (siehe auch Durchbrochene Kopfplatte)
Der obere, leicht abgewinkelte Teil der Gitarre ist die Kopfplatte. Sie setzt direkt am Gitarrenhals an. Auf der Kopfplatte sind die Mechaniken befestigt, mit der die Saiten gestimmt werden. Die Kopfplatte existiert in zwei Versionen: als massive Kopfplatte und als Durchbrochene Kopfplatte.
Kragen
Am Kopfende des Halses befindet sich bei vielen Gitarren eine zusätzliche Verstärkung, der Kragen. Er dient dazu, die Stelle zu verstärken, wo der Kopf vom Hals abknickt.
L
Lack (siehe auch Seidenmatter Lack)
Decke, Rückseite, Seiten und Hälse werden bei der Gitarre mit einer Lackierung versehen. Griffbretter werden nicht lackiert.
Laminierung
Preiswerte Akustikgitarren bestehen häufig aus zusammengeleimtem, also laminiertem Schichtholz oder Sperrholz mit einer Deckschicht. Die Laminierung ist eine preiswerte Möglichkeit, eine optisch einwandfreie Gitarre ohne großen Aufwand herzustellen. Sie geht allerdings zu Lasten der Klangqualität.
Leiter-Beleistung
Horizontale Anordnung der Leisten insbesondere für die Beleistung von Gitarren-Böden.
M
Mechanik
Über die Mechaniken wird die Spannung und damit die Tonhöhe der Saiten eingestellt. Für Durchbrochene Kopfplatten, bzw. bei klassischen Gitarren werden in der Regel Mechaniken verwendet, bei denen jeweils 3 Mechaniken auf einer gemeinsamen Grundplatte zusammengefasst sind. Bei Western-Gitarren mit massiven Kopfplatten werden Einzelmechaniken verwendet.
Mensur
Die gemessene Länge zwischen Steg und Sattel, die Mensur, bezeichnet die freie Schwingungslänge einer Saite. Typische Mensuren sind 64,8 cm (25 ½ Inch) und 65 cm (typisch für klassische Gitarren).
Mortise-Tenon Halsansatz
Siehe Verzapfung
N
Nullbund
Bundstäbchen direkt hinter dem Sattel (und vor dem ersten Bund), auf dem die Saiten aufliegen. Da auch für die nicht gegriffene Saite der Auflagepunkt ein Bundstäbchen ist, haben leere und gegriffene Saiten prinzipiell das gleiche Klangverhalten. Der Sattel dient bei dieser Konstruktionsart nur der seitlichen Führung der Saiten.
O
P
Q
R
Randeinfassung
Siehe Binding.
Randeinlage
Schmale Streifen aus Holz, Marketerie oder Perlmutt, die als Zierwerk zwischen Binding und Decken- oder Bodenholz eingelegt werden.
Reifchen
Kleine Holzstreifen, die Reifchen, bilden die Auflage- und Leimfläche zwischen Boden, bzw. Decke und Zargen. Damit die Reifchen der geschwungenen Korpusform folgen können, werden sie entweder aus einem Stück Holz gebogen, oder - häufiger zu finden - in kurzen Abständen eingesägt (auch "Kerfing" genannt)
Rosette
Schon sehr früh in der Geschichte der Gitarre entwickelten sich Verzierungen und Zierringe rund um das Schalloch, die so genannte Rosette. Konzentrische Holzringe findet man hier neben aufwändigen Perlmutt- und Elfenbein-Intarsien. Beliebt sind Motive wie Rauten und Punkte, aber auch florale Elemente.
S
Saitenlage
Die Saitenlage bezeichnet den Abstand zwischen Saite und Griffbrett. Sie ist entscheidend dafür, ob sich die Gitarre leicht spielen lässt. Die Saitenlage misst man auf Höhe des 12. Bundes. Maximal sollte der Abstand an dieser Stelle 2 mm betragen.
Sattel (siehe auch Kompensierender Sattel)
Der Sattel bildet die Auflagefläche für die Saiten am Kopfende des Halses. Über Kerben im Sattel werden die Saiten zu den Mechaniken geführt.
Scalloped Bracing
siehe Ausgehöhlte Beleistung
Schallloch
Das Schallloch ist das markanteste Erkennungszeichen einer Gitarre. Größe und Form des Schalllochs können aus optischen, konstruktiven oder auch akustischen Gründen variieren. Typischerweise ist das Schallloch aber rund und hat einen Durchmesser von ca. 10 cm.
Schellack-Politur
Bei der Schellack-Politur wird ein Schellack-Harz-Gemisch auf Spiritusbasis Schicht für Schicht mit der Hand aufgetragen. Sobald der Alkohol verdunstet verbleibt eine dünne Schellackschicht auf der Oberfläche. Hochwertige Schellack-Lackierungen bestehen aus mehreren hundert Schichten. Die letzte Schellackschicht wird mit Alkohol und etwas Öl behandelt. Dies verleiht ihr den einzigartigen Glanz.
Schulter
Als Schulter einer Gitarre bezeichnet man die obere Zargenwölbung des Oberbugs.
Schwalbenschwanz Halsansatz
Bei Stahlsaiten-Gitarren wird der Übergang zwischen Hals und Korpus in Form eines Schwalbenschwanzes gefertigt. Diese aufwändige Version der Verzapfung hat sich als besonders stabil erwiesen.
Seidenmatter Lack
Mattes Erscheinungsbild der Lackierung (im Gegensatz zur Hochglanz Lackierung)
Spanischer Fuß
Beim Spanischen Fuß wird die Gitarre um die Halsfuß-Verbindung von Hals zu Korpus herum konstruiert. Die Zargen werden dabei in zwei Schlitze des Halsfußes gesteckt. Das Resultat ist eine bessere Statik und eine optimierte Tonübertragung. Bekannt geworden ist diese Konstruktionsweise bei klassischen Gitarren und solchen spanischer Herkunft. Heute ist der Spanische Fuß auch bei manchen Stahlsaiten-Gitarren wie beispielsweise von Albert & Müller zu finden.
Sperrholz
Sperrholz besteht aus dünnen, miteinander verleimten Holzfurnieren. Durch die kreuzweise Verleimung ist das Material verwindungssteif und sehr stabil. Wird es für die Decke verwendet, kann es allerdings negative Einflüsse auf die Klangqualität haben.
Stahlstab
Mit Hilfe eines justierbaren Stahlstabes wird der Hals von Stahlseiten-Gitarren verstärkt. Der Stahlstab sitzt unterhalb des Griffbretts. Über einen Schraubmechanismus kann die Krümmung des Halses eingestellt werden.
Steg
Der Steg dient zur Befestigung der Saiten an der Decke und zur Übertragung der Saiten-Schwingungen in die Decke. Die eigentliche Auflagefläche für die Saiten wird durch die Stegeinlage gebildet.
Stegeinlage
Die Stegeinlage ist in einen Schlitz im Steg eingelassen und bildet die Auflagefläche für die Saiten. Üblicherweise besteht die Stegeinlage aus Knochen oder Kunststoff.
T
Tailblock
siehe Endblock
Taille
Die Taille (auch Mittelbug) einer Gitarre trennt den Oberbug vom Unterbug des Korpus. Hier ist die schmalste Stelle des Korpus.
Truss Rod
siehe Halsstab
U
V
Verschraubter Halsansatz
Beim verschraubten Halsansatz wird der Hals mit Schrauben am Korpus befestigt.
Verzapfung
Bei der „Mortise and Tenon“ Verbindung wird der Übergang zwischen Hals und Korpus über eine Verzapfung ausgeführt. Da diese Konstruktion für Stahlsaiten-Gitarren allein nicht stabil genug ist, wird der Hals zusätzlich verschraubt.
W
X
Y
Z
Zargen
Die Zargen bilden die Seitenwände der Gitarre und verbinden Boden und Decke in der typischen geschwungenen Form
Zierspäne
Zierspäne sind dünne Holz- oder Plastikstreifen, die zur Verzierung der Gitarre eingesetzt werden.