Gitarren bauen | << Decke, Boden | von Kopf bis Steg | Gitarrenprojekt | Suche
Die Reifchen
An der Nahtstelle zwischen Decke, bzw. Boden und Zargen ist eine zusätzliche Verstärkung und Auflagefläche für die Verleimung erforderlich. Diese wird durch die Reifchen gebildet, die sich in unterschiedlicher Form ausführen lassen:
| Holzstreifen | diese müssen wie die Zargen mit dem Biegeeisen in Form gebogen werden. |
| Holzstreifen mit Sägeschlitzen | die sogenannten „Kerfings“ sind durch eine Vielzahl von Sägeschlitzen flexibel und lassen sich direkt auf die Wölbung der Zargen leimen. Die Sägeschlitze können von Hand gesägt werden. Mit den im Handel erhältlichen fertigen Kerfings sparen Sie Zeit. Hier finden Sie Bezugsquellen. |
| Einzelne keilförmige Holzklötzchen | hierfür werden Holzleisten im Querschnitt diagonal durchgesägt. Die entstehenden Dreieckprofile sägt man dann in einzelne kurze Abschnitte. |

Einzelne Klötzchen sind in der Herstellung aufwändig. Eine Verbindung aus einzelnen Holzklötzchen lässt sich aber besonders gut an den keilförmigen Verlauf der Zargen anpassen. Für das Verleimen der einzelnen Klötzchen eignet sich am besten Haut- bzw. Knochenleim als Heißleim. Dieser Leim zieht sehr schnell an. Die Klötzchen müssen daher nicht mit Klammern fixiert werden. Im weiteren Verlauf des Abkühlens und Trocknens zieht sich die Leimverbindung von allein noch stärker zusammen.
Im Gegensatz zu einzelnen Klötzchen sind Holzstreifen nur in Richtung ihrer flachen Seite biegsam. Eine interessante Entwicklung stellt hier das "A4 Kerfing" der Firma AST dar. Diese Reifchen sind wesentlich flexibler und lassen sich auch in Richtung ihrer Längskante biegen. Informationen finden Sie auf den Internetseiten des Herstellers: www.advancedshelltech.com
Holzstreifen ohne Sägeschlitze bilden eine glatte Oberfläche. Dies wird von einigen Gitarrenbauern bevorzugt, da so möglichst wenig Reibungswiderstand für die Schallentwicklung im Gitarrenkorpus entstehen soll. Ähnliches lässt sich durch den Einbau von Holzstreifen erreichen, die mit Lage der Sägeschlitze zu den Zargen hin verleimt werden (sogenanntes „Reverse Kerfing“). Die Verbindung wird dadurch auch etwas steifer.
 | Beim Übergang zwischen Decke, bzw. Boden und Zargen ist bei präziser Ausführung zu beachten, dass dieser durch die Wölbung von Decke und Boden nicht genau rechtwinklig ist. |
Je nach Ausführung und Konstruktion können durchaus unterschiedliche Formen der Reifchen für die Decken- und Bodenverbindung gewählt werden.
Informationen zu den für Reifchen üblicherweise verwendeten Holzarten findden Sie hier: Materialien